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9. Jahrgangsstufe: Individualisierungsphase
In der 9. Jahrgangsstufe ist im Sinne der Berufsorientierung von besonderer Bedeutung:
- Berufspraktikum
- Bewerbungstraining
- BeFit-Test
Im Folgenden geht es ausschließlich um den BeFit-Test. Einzelheiten zur 9. Jahrgangsstufe entnehmen Sie bitte dem Fahrplan zur SDW!
1. Die Einführung des BeFit-Tests
Der BeFit-Test (Berufsfitnesstest) ist eine abschließende Leistungsfeststellung am Ende der 9. Jahrgangsstufe des Sonderpädagogischen Förderzentrums. Mit dem Schuljahr 2004/05 endete die 3-jährige Erprobungsphase im Regierungsbezirk Schwaben.
1.1 Resümee der Erprobung:
- Mit dem BeFit-Test konnten die gesteckten Ziele (siehe Umfrage / Positionspapier des AK-SDW vom 24.1.03) weitgehend erreicht werden.
- Die Einführung des BeFit-Tests wurde von der überwiegenden Mehrheit der betroffenen Lehrkräfte positiv bewertet.
- Die Regierung von Schwaben befürwortet die Durchführung des BeFit-Tests.
1.2 Seit dem Schuljahr 2005/06 gilt im Regierungsbezirk Schwaben:
- Die schwäbischen Förderzentren sind aufgerufen, in der 9. Jahrgangsstufe einen BeFit-Test durchzuführen.
- Die Aufgaben werden nicht zentral, sondern weiterhin schulintern gestellt.
- Die Inhalte des BeFit-Tests betreffen die Lernbereiche Deutsch, Mathematik, Sozialkunde/BLO-Theorie und BLO-Praxis. Eine Prüfung im allgemeinen Wissen ist möglich (entweder als Prüfungsteil bei BLO-Theorie oder als eigenständige Prüfung).
- Die Regierung von Schwaben fordert die Lehrkräfte der 9. Jahrgangsstufen auf, auch in BLO-Praxis eine Prüfung durchzuführen. In einer zweijährigen Erprobungsphase sollen die Förderzentren Erfahrungen in diesem Bereich sammeln.
- Für den BeFit-Test gelten Mindeststandards.
- Jeder Schule stehen Musteraufgaben zur Verfügung.
- Die durchgeführten BeFit-Tests sollen dem AK SDW per E- Mail zugeschickt werden (info(at)sdw-schwaben.de), um sie anderen Schulen als Anregung zur Verfügung zu stellen. Der BeFit-Test ist keine „Abschlussprüfung“ im schulrechtlichen Sinne. Er darf somit nicht im Abschlusszeugnis erwähnt werden. Das Ergebnis des BeFit-Tests muss dem Schüler/der Schülerin deshalb in einem gesonderten Zertifikat mitgeteilt werden.
- In schulrechtlicher Hinsicht besteht der Befit-Test aus mehreren Probearbeiten. Die Probearbeiten müssen (wie alle anderen Probearbeiten auch) in die Gesamtnote des Abschlusszeugnisses einfließen. Sie dürfen nicht unberücksichtigt bleiben.
- Die Prüfungsaufgaben sollen mit einer Kopie des Zertifikats im Schülerbogen an die Berufsschulen weitergeleitet werden.
Stand: Juni 2007
2. Praktische Tipps durch Durchführung des BeFit-Tests
2.1 Erstellung der Prüfungsaufgaben
- Prinzip in allen Lern- und Teilbereichen: Vom Einfachen zum Schweren. Jeder Schüler/ jede Schülerin soll die Möglichkeit haben, zumindest Teile der Prüfung zu bearbeiten.
- Antworten sowohl im Verfassen ganzer Sätze, als auch im Multiple- Choice- Verfahren fordern.
- Möglichkeit des ökonomischen Korrigierens im Kopf behalten!
- Fachlich richtige Schreibweise in Mathematik ( z.B. nicht ½ oder 3 x 4 bzw. 3 * 4).
- Leistungsdifferenzierende Testformen sind möglich. Eine eventuelle Leistungsdifferenzierung muss auf dem Zertifikat erkenntlich sein.
- Punktewerte für jede Aufgabe angeben.
- Bearbeitungszeit in theoretischen Prüfungsteilen: max. 120 min.
- Deckblatt erstellen.
- In Teilbereichen ist eine mündliche Prüfung möglich.
2.2 Vorbereitung der Schüler und Schülerinnen und Rahmenbedingungen
- Schüler/ Schülerinnen an die verschiedenen Formen der Aufgabenstellungen von Beginn der Förderstufe IV an gewöhnen.
- Lerntechniken vermitteln und einüben.
- Prüfungstipps im Unterricht erarbeiten:
„Ich fange rechtzeitig zu lernen an (-> Lernplan).“ – „Ich überfliege in der Prüfung zuerst alle Aufgaben“ – „Ich lese die Aufgaben langsam und kontrolliert (evtl. mit Lesezeichen).“ - „Ich schreibe leserlich und kreuze eindeutig an.“ - „Ich mache zuerst die Aufgaben, die ich gut und schnell lösen kann bzw. die besonders viele Punkte geben.“ – „Ich probiere am Schluss die schwereren Aufgaben und versuche auch hier, möglichst viele Punkte zu holen.“ – „Ich weiß: Die angegebene Punktzahl bei der Aufgabe hat nicht unbedingt etwas mit der Anzahl der erwarteten Antworten bzw. Schritte zu tun.“ - „Ich kontrolliere am Schluss, ob ich keine Aufgabe übersehen habe (z.B. auf der Rückseite).“ - „Ich kontrolliere auch meine Antworten noch einmal.“ – „Es ist nicht wichtig, ob ich als erster abgebe.“
- Termin bis zum Halbjahr bekannt geben.
- Eltern im Rahmen eines Elternabends zum Thema informieren.
- Prüfungsvorbereitung im Unterricht: Lernzielkatalog, Wiederholen, Üben, gegenseitiges Abfragen, Umgang mit Prüfungsangst.
- Prüfungsmodalitäten bekannt geben: Bearbeitungszeit, Unterschleif, Leserlichkeit, eindeutige Korrektur falscher Antworten...
- Einladungsschreiben an die Schüler/ Schülerinnen: Ort, Zeit, mitzubringende Arbeitsmittel.
2.3 Durchführung
- In der Prüfungswoche findet kein regulärer Unterricht statt.
- Die Lehrkräfte der 9. Klassen einigen sich im Team auf einheitliche Durchführungsmodalitäten.
- Schaffung einer Prüfungsatmosphäre.
- Sonderpädagogische Hilfen: z.B. Lesehilfe für Schüler/ Schülerinnen mit Förderbedarf im Bereich Lesen und Rechtschreiben (Bemerkung im Zertifikat).
2.4 Auswertung
- Die Prüfungsteile Lesen und Schriftliches Sprachhandeln sollen stärker gewichtet werden, als die Prüfungsteile Rechtschreiben und Betrachtendes Sprachhandeln.
- Berücksichtigung des Lösungsweges.
- Anwendung des IHK-Notenschlüssels:
1 = 100 % - 92 %
2 = 91 % - 81 %
3 = 80 % - 67 %
4 = 66 % - 50 %
5 = 49 % - 30 %
Die praktischen Tipps zur Durchführung des BeFit-Tests können hier heruntergeladen werden!
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